· 

Erweck die Geschichte hinter deinem Escape Game zum Leben

Wie die Spieler von der Hintergrundgeschichte erfahren

Erweck die Geschichte hinter deinem Escape Game zum Leben - Wie die Spieler von der Hintergrundgeschichte erfahren

Dein Escape Game soll von Anfang an mitreißend sein. Aber wie geht das eigentlich?

 

Die Rätsel für dein Escape Game stehen und du freust dich schon, deine Freunde zum Probespielen einzuladen. Aber hast du dir auch schon überlegt, wie du die Geschichte zu deinem Escape Game rüber bringen willst? Schließlich sollen die Spieler erfahren, was hinter deinem Escape Game steckt und vor allem, was ihre Aufgabe ist. Gleichzeitig soll dein Exit Game zu jedem Zeitpunkt Spaß machen und begeistern.

 

Im folgenden betrachten wir die verschiedenen Methoden, wie du die Hintergrundgeschichte zu deinem Spiel vermitteln kannst. Dabei soll es vor allem um die Vor- und Nachteile der verschiedenen Ansätze gehen und welche geeignet sind, deine Geschichte zu erzählen ohne mit langen Texten zu langweilen. 

Bevor wir die verschiedenen Konzepte genauer betrachten, machen wir uns noch einmal ein paar grundsätzliche Dinge zur Hintergrundgeschichte eines Escape Games bewusst.

  1. Die Geschichte soll kurz und prägnant erklären, wie die Spieler in die Ausgangssituation des Spiels geraten sind und was das Problem ist.
  2. Die Geschichte muss die Spieler vor eine Aufgabe stellen. Wenn sie diese lösen, ist das Spiel gewonnen.
  3. Die Geschichte soll die Spieler mitreißen und emotional ansprechen. Sie müssen das Spiel unbedingt gewinnen wollen (weil sonst die Welt untergeht oder was auch immer laut deiner Geschichte sonst passiert).
  4. Das Spiel sollte dennoch auch zu lösen sein, ohne die Geschichte zu kennen. Die Aufgabe muss also auch aus dem Spiel selbst hervorgehen. Das Spiel macht ohne sich in die Geschichte hineinzuversetzen vielleicht ein kleines bisschen weniger Spaß und die Spieler sind möglicherweise nicht ganz so motiviert (Warum du unbedingt eine Geschichte für dein Escape Game brauchst, kannst du hier noch mal nachlesen), aber es muss möglich sein, denn:
  5. (Zu viel) Lesen ist langweilig! Die Spieler wollen bei einem Escape Game in erster Linie etwas erleben und keinen Roman lesen. Versuche also, die Geschichte erlebbar zu machen, anstatt sie zu erzählen. Ideen dazu findest du im folgenden.

Ein Einleitungstext

Die einfachste Lösung ist es, die Geschichte in einem kurzen Text zu erzählen. Dieser Text sollte als Einführungstext kenntlich gemacht werden, so dass die Spieler diesen lesen, bevor sie mit dem eigentlichen Spiel beginnen.

Wie bereits häufiger erwähnt, sollte die Geschichte kurz und knapp gehalten sein und nur die wichtigsten Infos enthalten. Der Text sollte die Ausgangssituation des Spiels benennen und in wenigen Sätzen erklären, wie es dazu kam. Daraus muss sich dann auch ergeben, was die Aufgabe bzw. das Ziel der Spieler ist. Details sollten die Rätsel selbst transportieren.

(Für die Details kannst du hier noch einmal zur Hintergrundgeschichte deines Escape Games nachlesen.)

 

Vorteile:

  • auch komplexere Zusammenhänge können erklärt werden
  • passt zu jeder Geschichte
  • einfach umzusetzen

Nachteile:

  • lesen ist relativ langweilig

Wenn du dich für diese Variante entscheidest, kannst du sie zum Beispiel mit der 2. Methode kombinieren. So kannst du den Einleitungstext möglichst kurz halten und dennoch viel Information unterbringen. Gleichzeitig wirkt der Hinweis jedoch viel authentischer als die erzählte Geschichte.

Ein besonderer Hinweis

Du kannst die Geschichte auch in einen ersten Hinweis verpacken. Dieser Hinweis hat gegenüber den anderen Hinweisen im Spiel eine Sonderstellung. Er sollte nicht im Raum verteilt, sondern so positioniert werden, dass er als erstes entdeckt wird. Oder die Spieler erhalten ihn sogar schon vor Betreten des Raumes. Außerdem enthält er kein Rätsel, sondern hat nur die Aufgabe, den Hintergrund des Spiels zu erklären.
Hierfür sind zum Beispiel ein Brief, eine SMS (auf Papier, aber wenn du es technisch umsetzen kannst natürlich auch eine echte SMS), eine Mail (siehe SMS), eine Videobotschaft, ein Zeitungsartikel, etc. geeignet. Dir fallen bestimmt noch mehr Medien ein, die sich nutzen lassen.

 

Vorteile:

  • wirkt authentischer, da das Erklären der Geschichte bereits Teil des Spiels ist
  • emotional ansprechender
    wenn der Brief z.B. der Hilferuf eines Freundes ist
  • es muss kein Text sein (viel lesen ist langweilig...)
    z.B. Videobotschaft, Telefonanruf
  • abwechslungsreicher, kurzweiliger und unterhaltsamer als eine Geschichte

Nachteile:

  • nicht auf jede Geschichte anwendbar, da diese Art der Hinweise nicht in jedem Setting Sinn ergibt
    z.B. der Brief, in dem euch euer Gangsterboss den Auftrag gibt, eine Bank auszurauben, sollte nicht im Schließfachraum der Bank liegen. Das wäre unlogisch.
    In diesem Fall könnten die Spieler den Hinweis vor Betreten des Raumes erhalten, sodass sie davon erst veranlasst werden, den Raum zu betreten.
    Oder der Hinweis kann evtl. in die Einladung zum Escape Game integriert werden. Die Spieler treffen sich also gezielt, um ihren Auftrag zu erfüllen. Das ist natürlich auch nicht in jedem Fall umsetzbar, aber wäre eine Möglichkeit, dieses Konzept anzuwenden, auch wenn es nicht innerhalb des Escape Rooms selbst passt.

Hier gibt es ein Freebie für dich mit komplett individualisierbaren Vorlagen, um deine Geschichte in einem ersten Hinweis zu verstecken.
Die Vorlagen können natürlich auch als ganz normale Hinweise im Spiel verwendet werden.

Ich freue mich auf Bilder von euren Ideen.

Freebie: individualisierbare Vorlagen für Hinweise für dein Escape Game
Wenn du keine Freebies mehr verpassen willst, melde dich zum Newsletter von einbisschenanders an!

Details im Spielaufbau

Diese Möglichkeit sehe ich als die Königsdisziplin. Hierbei gibt es kein einzelnes Element, das nur dazu da ist, die Hintergrundgeschichte zu erklären, sondern die Geschichte ergibt sich durch das Spiel selbst. Nutze dazu Details in den Rätseln oder in weiteren Materialien zur Deko, die nicht für die Rätsel wichtig sind.

Beispiele könnten zusätzliche Zeitungsausschnitte, Bilder, Poster, ein Lexikonartikel in einem Buch, das aufgeschlagen herum liegt, etc. sein.

 

Vorteil:

  • wenn es gut umgesetzt ist, führt diese Methode zu einem sehr authentischen Spiel und unterstützt somit den Spielflow

Nachteile:

  • je nach Setting und bei komplexeren Geschichten evtl. schwierig (aber sicherlich eine tolle Herausforderung)
  • aufwendiger als andere Methoden
  • es kann die Spieler auch verwirren, wenn nicht klar ist, was für die Rätsel benötigt wird und was "nur Deko" ist
    Das gilt vor allem für zusätzliche Elemente, ist allerdings in richtigen Exit Rooms häufig auch so. Beachte dann eben, dass dein Spiel alleine hierdurch schwerer wird und passe ggf. die Anzahl der Rätsel an.

Wenn es für dich umsetzbar ist, ist das sicherlich die eleganteste Art, den Spielern die Hintergrundgeschichte für dein Exit Game zu vermitteln. Es lohnt sich, es einfach mal zu versuchen.

Mein Fazit

Wenn du dich jetzt fragst, wie du das nun umsetzten sollst, kann ich das sehr gut verstehen. Offensichtlich gibt es, wie meistens keinen absolut perfekten Weg für jede Situation.

Es gilt also die beste Lösung für dich und dein Spiel zu finden: was passt, wieviel Aufwand willst/kannst du dir machen, welche (technischen) Möglichkeiten stehen dir zur Verfügung (denke an: Video, echte SMS/E-Mail...).

Mach dir keinen zu großen Stress. Das ist sicherlich ein Thema, das nicht den Erfolg deines Escape Games ausmacht. Solange du dich an die allgemeinen Tipps hältst und die Spieler keinen ganzen Roman lesen lässt, werden sie sicherlich in jedem Fall Spaß beim Spielen haben. Hier geht es eher um den Feinschliff deines Spiels.    Also hab viel Spaß beim Ausprobieren und Tüfteln und fordere dich immer wieder heraus.

 

Vielleicht fallen dir ja noch andere Möglichkeiten ein, wie du deine Hintergrundgeschichte erzählen kannst? Ich freue mich auf deine Ideen.

Beispiel für Einführungstext mit der Geschichte
Brief mit der Hintergrundgeschichte aus dem Escape Game Der Virus
Methoden, um die Hintergrundgeschichte zu deinem Escape Game zu erzählen im Vergleich

P.S.: Diese Anleitung hat natürlich nicht den Anspruch der (einzig) richtige Weg für die Erstellung eines Escape Games zu sein. Für mich hat sich diese Vorgehensweise bewährt und deshalb möchte ich sie gerne mit dir teilen.

Wenn du merkst, dass etwas für dich nicht funktioniert, dann passe es einfach so an, dass du damit gut zurecht kommst.

Über Anregungen und Ideen freue ich mich immer.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0