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in 4 1/2 Schritten zu den besten Rätseln für dein Escape Game

In 3 1/2 Schritten zu den besten Rätseln für dein Escape Game

Dir schwirren tausend Ideen für Rätsel für dein Escape Game durch den Kopf, aber du weißt nicht, wie du deine Ideen umsetzen sollst?

Du hast dein Escape Game schon fertig, aber irgendwie hast du den Eindruck, die Rätsel sind zu einfach/zu schwer/zu repetitiv/zu langweilig/passen nicht so richtig zum Thema/...?

Deine Probespieler finden die Geschichte zu deinem Escape Game total klasse (vielleicht weil du weißt, wie wichtig eine mitreißende Geschichte für dein Escape Game ist), aber das Spiel konnte sie trotzdem nicht so ganz überzeugen?

 

Egal, in welcher Situation du dich gerade befindest. Die folgenden Schritte werden dir auf dem Weg zu den besten Rätseln für dein Escape Game helfen. So wird dein Escape Game einzigartig und die Spieler werden begeistert sein (nachdem sie ihre Gehirnwindungen wieder sortiert haben...).

1. Schritt: Ideen sammeln

Am Anfang des Erfindens von Rätseln steht zunächst das Ideen- und Inspirationensammeln. Eine gute Quelle hierfür ist Pinterest (zum Beispiel mein Pinterestboard zur Ideensammlung für Rätsel). Wenn du zu einer konkreten Idee recherchieren willst, kann auch die Googlesuche hilfreich sein.

Die meisten Ideen finde ich aber nicht bei der aktiven Suche, sondern sie laufen mir quasi über den Weg. Einfach so im Alltag, aber auch beim Stöbern im Internet zu den unterschiedlichsten Themen.
Der wichtigste Tipp hierzu ist es, aufmerksam durchs Leben zu gehen und sich inspirieren zu lassen - und vor allem alles aufzuschreiben oder zu speichern!  Die guten Ideen verschwinden nämlich leider so schnell wieder, wie sie gekommen sind. Und nichts ist ärgerlicher, als zu wissen, dass man eine total gute Idee hatte, sich aber leider nicht mehr erinnern kann.
Also: Werde zum Ideen-Hamster und halte alle Ideen fest, die dir irgendwie geeignet erscheinen, in ein Rätsel verwandelt zu werden.


Ein kleines Freebie mit vielen Ideen für Rätsel für dein Escape Game. Lass dich inspirieren.

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2. Schritt: entscheide dich

So selbstverständlich es klingen mag, du musst dich für eine Idee entscheiden, bevor du beginnst, dein eigenes Rätsel daraus zu machen.

Wähle eine Idee die,

  • geeignet ist, zur gewünschten Lösung zu führen.
    (Wenn du noch nicht weißt, welches Ergebnis dein Rätsel haben soll, lies doch hier noch mal nach, wie du von deiner Geschichte zu den Rästeln kommst).
    Textbasierte Rätsel können zu (fast) jeder Lösung führen, während andere Rätsel nur für bestimmte Arten von Lösungen geeignet sind.
    z.B. kannst du einen Buchstaben oder eine Ziffer falten, aber kein ganzes Wort. Auch eine Richtungsangabe wäre vermutlich eher schwer zu vermitteln. etc.
  • entweder inhaltlich besonders gut zum Thema deiner Geschichte passt.
    z.B. ASCII-Code in einem Escape Game zum Thema Hacken / Programmieren / Computer /...
  • oder zu der du eine gute Idee zur Umsetzung passend zum Thema hast (genaueres dazu im nächsten Schritt).

Wenn du keine zum Thema passende Idee hast und auch noch nicht weißt, wie du deine anderen Ideen umsetzen sollst, macht das gar nichts. Entscheide dich dann einfach für eine Rätselidee, die du spannend findest (z.B. Morsecode) und der Rest wird sich ergeben.

 

Alternativ kannst du dir auch einen Gegenstand aus deiner Spielwelt aussuchen, an den du dein Rätsel anpassen möchtest. Überlege, was man mit dem Gegenstand normalerweise macht, was man damit alternativ machen könnte, welche Eigenschaften (Form, Farbe,...) er hat, die sich für ein Rätsel eignen.

z.B.: ein Stethoskop in einem Arztzimmer (hier findest du einen sehr interessanten Artikel, der unter "Inspiration" diesen Ansatz genauer beleuchtet und gleich ein paar Ideen zu diesem Thema aufzeigt), ein Weinfass in einem alten Keller,...

3. Schritt: Vorüberlegungen

Bevor es konkret wird, stell dir ein paar Fragen vorab. So weißt du schon ungefähr, in welche Richtung dein Rätsel gehen soll.

  • Wie schwer soll das Rätsel sein?
  • Was soll der Schwerpunkt bei diesem Rätsel sein? Soll es eher kreativ/analytisch/"etwas zu tun" (z.B. ein Puzzle) sein ?
    Achte hier bei deinem Spiel auf Abwechslung, sonst kann es schnell ermüdend werden.
  • Soll das Rätsel direkt zur Lösung führen oder soll es aus mehreren Schritten aufgebaut sein?
    z.B.: 2 Bilder müssen für die Lösung kombiniert werden. 3 Bilder müssen vorher zusammengepuzzelt werden. Welche Bilder davon kombiniert werden müssen, verrät ein weiteres Rätsel.
  • Wie aufwendig darf das Rätsel zu (re)produzieren sein? Bist du bereit zu basteln oder (teure) Materialien bereit zu stellen oder sollte das Rätsel so gestaltet sein, dass du es einmal am PC entwerfen und dann beliebig oft ausdrucken kannst?

4. Schritt: mach aus der Idee dein eigenes Rätsel

Du hast nun eine grundsätzliche Idee für dein Rätsel, z.B. du willst Morsecode benutzen. Außerdem bist du die Vorüberlegungen durchgegangen und weißt, welche Eigenschaften dein Rätsel haben soll. Jetzt kannst du also endlich kreativ werden.

Eine konkrete Anleitung, wie du dir nun deine Rätsel ausdenkst, kann ich dir natürlich nicht geben. Da ist deine Kreativität - und vor allem auch Durchhaltevermögen - gefragt.

Probiere einfach herum, lass deinen Versuch ein paar Tage liegen und betrachte ihn dann noch mal aus einem neuen Blickwinkel. Oft braucht es mehrere Anläufe, bis man ganz zufrieden mit dem Rätsel ist.

 

Im Moment muss dein Rätsel übrigens noch nicht schön aussehen. Es reicht, wenn es spielbar ist. Nach dem Probespielen, wenn alle Änderungen eingearbeitet sind, kannst du dich ans Design machen. Sonst hast du womöglich die doppelte Arbeit. So sparst du viel Zeit (in der du mehr Escape Games spielen oder erfinden kannst. Oder essen. Oder schlafen.).

Hier zwei Beispiele als Anregung, wie du deine Rätselidee an die verschiedensten Themen anpassen kannst.

 

In beiden Beispielen ist das Wort "Beispiel" in Morsecode codiert.

 

Bsp. 1: Im Museum

 

"Wandteppich": mit Alphabet bestickt, darunter Morsealphabet
2. Wandteppich: Text in Morsecode; Farben wie im 1. Bild, aber alles im "Kreustich", wie Dekostickerei

Bsp. 2: Der Piratenschatz

Schatzkarte: Weg in Morsecode. Start & Ziel markiert + Pfeile für Leserichtung. Legende: Morsealphabet mit Auflösung
Schatzkarte: Weg in Morsecode. Start & Ziel markiert + Pfeile für Leserichtung. Legende: Morsealphabet mit Auflösung

4 1/2. Schritt: Vermeide diesen Fehler!

Mache nicht den Fehler, deine Rätselidee unverändert in ein zu deinem Spiel passendes Design zu stecken und dann zu glauben, das sei jetzt DEIN Rätsel für dein Escape Game.

Denn so wird dein Spiel im besten Fall ganz nett, aber auf keinen Fall einzigartig.

 

Machen wir uns nochmal deutlich, was ein Escape Game eigentlich ist (oder sein sollte, damit es ein wirkliches gutes ist).
Ein Escape Game soll definitiv eines nicht sein: ein Haufen Rätsel, die irgendwie in einem Raum verstreut rumliegen, im besten Falle wenigstens in einem zur Geschichte passenden Design, und sonst nichts miteinander zu tun haben.
Ein Escape Game soll stattdessen die Welt deiner Geschichte abbilden. In dieser Welt finden sich die nötigen Hinweise, um die Probleme, vor die die Spieler gestellt werden, zu lösen.

 

Es geht also gar nicht darum, dass die Spieler "merken", dass sie einen Text in Morsecode entschlüsselt haben (außer vielleicht, du hast ihn gewählt, weil er so gut zu deinem Thema passt). Es geht vielmehr darum, das Konzept Morsecode (oder wofür auch immer du dich entschieden hast), in ein Rätsel zu verwandeln, das genau zu deinem Escape Game passt.

Neben der Idee kommt es also vor allem darauf an, wie du dein Rätsel umsetzt. Das entscheidet darüber, ob dein Escape Game authentisch wirkt oder im schlimmsten Fall sogar langweilig ist, weil die Spannung der Geschichte nicht aufrecht erhalten werden kann, wenn sich das Spiel nicht "echt" genug anfühlt.

Es lohnt sich also, in diesen Schritt viel Arbeit zu stecken. Dafür wirst du dann mit begeisterten Testspielern belohnt.

Probier es mal aus.

meine Rätselideen-Sammlung
Vorüberlegungen zu jedem Rätsel Checkliste

Viel Spaß beim Tüfteln und Ausprobieren!

 

Die Rätsel sind fertig und du willst wissen, wie es weiter geht? Dann klick hier.

P.S.: Diese Anleitung hat natürlich nicht den Anspruch der (einzig) richtige Weg für die Erstellung eines Escape Games zu sein. Für mich hat sich diese Vorgehensweise bewährt und deshalb möchte ich sie gerne mit dir teilen.

Wenn du merkst, dass etwas für dich nicht funktioniert, dann passe es einfach so an, dass du damit gut zurecht kommst.

Über Anregungen und Ideen freue ich mich immer.

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